Afrikanische Hausschlange: artgerechte Haltung im Terrarium

Die afrikanische Hausschlange im Terrarium: Du möchtest wissen, was du bei für die artgerechte Haltung der afrikanischen Hausschlange beachten musst? Und wie du häufige Fehler vermeiden kannst?

Die artgerechte Haltung der afrikanischen Hausschlange ist ziemlich unkompliziert, wenn du einige Grundlagen beachtest.

Worauf es bei der Haltung der afrikanischen Hausschlange ankommt, und wie du häufige Fehler einfach vermeiden kannst, beschreibe ich dir in diesem Artikel.

Afrikanische Hausschlange Boaedon Fuliginosus

Basiswissen zur afrikanischen Hausschlange

Laut Literatur werden Männchen durchschnittlich 60-80 cm groß, Weibchen erreichen 80-100 cm, maximal 130 cm. Meinen Erfahrungen nach bleiben Männchen manchmal sogar noch etwas kleiner.

Es gibt mehrere Unterarten der afrikanischen Hausschlange, die du im Terrarium halten kannst. Die verschiedenen Unterarten können mit den gleichen Bedingungen gehalten werden.

Vom Temperament her sind Weibchen im Normalfall die Ruhe selbst. Ausnahme sind Trächtigkeiten, da können sie auch mal etwas nervös werden. Männchen sind oft etwas hektischer. Sie beruhigen sich aber schnell wieder.

In der Natur kommt die afrikanische Hausschlange so ziemlich überall in Afrika vor. Sie versteckt sich in Termitenhügeln, zwischen Steinen oder unter Holz. Auch in der Nähe menschlicher Siedlungen ist sie häufig anzutreffen. Dort bekämpft sie schädliche Nager und wird deshalb gerne gesehen.

Das Terrarium für die afrikanische Hausschlange

Die Afrikanische Hausschlange begnügt sich mit einem flachen Terrarium (1 x 0,5 x 0,5 x Gesamtlänge), das du mit einigen engen Verstecken in allen Temperaturbereichen, einer Wasserschale, einer Wet-Box und ein paar Klettermöglichkeiten ausstattest. Sehr schön machen sich auch noch ein paar echte Pflanzen.

Meine Terrarien baue ich selber aus OSB oder Spanplatte. Anfangs habe ich auch auf Bausätze zurückgegriffen. Holz lässt sich am einfachsten bearbeiten und isoliert die Wärme sehr gut.

Das Temperaturgefälle richtest du mit 28-32 °C auf der einen Seite, 20-25 °C auf der anderen Seite ein. Ein Sonnenplatz unter dem Spot kann gerne bis zu 35 °C erreichen.

Die Beleuchtung und Heizung bleibt am Tag 12 Stunden eingeschaltet. Nachts kann die Temperatur ohne Probleme bis auf Raumtemperatur (18-20 °C) absinken.

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 50-60 % relativer Luftfeuchte liegen. Wenn sie zu niedrig ist, kann ein größeres Wassergefäß helfen. Alternativ kannst du auch alle 2-3 Tage etwas lauwarmes Wasser sprühen. Wenn die Tiere Feuchtigkeit brauchen, können sie sich einfach in die Wet-Box zurückziehen.

Bodensubstrat und Ausbruchsicherheit

Als Bodensubstrat eignet sich Weichholzgranulat wie Tierwohl Super oder MS Reptile-Wood fine. Viele Halter haben auch gute Erfahrungen mit Aspen Snake Bedding gemacht. Alternativ kann auch Torf, (düngerfreie) Erde aus dem Baumarkt oder Walderde verwendet werden.

Wichtig ist, dass es Feuchtigkeit gut aufnimmt und grabfähig ist. Außerdem müssen Kot und andere Verunreinigungen leicht erkennbar sein. Eine gelungene Gegenüberstellung von Weichholzgranulat und (Wald-) Erde macht Sarah Bergmann auf felis-silvestris.com.

Was eigentlich selbstverständlich ist, aber immer wieder unterschätzt wird: Das Terrarium muss Ausbruchsicher sein! Es ist erstaunlich, durch welche kleinen Ritzen und Löcher selbst ausgewachsene Hausschlangen entwischen können. Baby-Hausschlangen können sogar (!) zwischen den Schiebe-Scheiben des Terrariums hindurchkriechen.

Das ist weder für das Tier oder den Halter, noch für das Umfeld gut. Ein kleines Beispiel dazu gibt es aus Großbritannien. Wenn man auch gewisse Zeitungen nach Beiträgen über Schlangen durchsucht, findet man hauptsächlich Berichte über entflohene Schlangen. Das löst bei (meistens) unkundigen Menschen Panik und Schrecken aus. Muss doch nicht sein, oder?

So fütterst du deine afrikanische Hausschlange richtig

In der Natur frisst die afrikanische Hausschlange Mäuse und Ratten. Darum kann sie auch im Terrarium mit Nagern gefüttert werden. Die Futtertiere werden sowohl in Form von Frostfutter, als auch lebend akzeptiert. Lebendfütterungen solltest du aber nur unter Aufsicht durchführen, wenn es unbedingt notwendig ist.

Das Frostfutter taue ich immer in einer Schale auf, die ich in einen Eimer mit heißem Wasser stelle. So bleibt das Frostfutter trocken und kommt trotzdem auf Temperatur. Kurz vor der Fütterung tausche ich das Wasser dann nochmal gegen heißes aus, um auf die passende Temperatur zu kommen.

Afrikanische Hausschlange Frostfutter auftauen
Auftauen einer Springer-Ratte und einer Spinger-Maus in einer Schale, die in einem Eimer mit heißem Wasser schwimmt.

Achte darauf, deine Hausschlange nicht zu viel und zu oft zu füttern. Verfettung und Krankheiten sind die Folgen. Kleinere Schlangen kannst du wöchtentlich, Subadulte und Adulte Tiere dann alle 10-14 Tage füttern.

Das Futtertier kann im Umfang ruhig etwas größer als der Umfang der Schlange selbst sein.

Afrikanische Hausschlange Fütterung Würgegriff
Afrikanische Hausschlange (Boaedon Fuliginosus Weibchen) hat eine Frostratte (Springer mit etwa 40g) in den Würgegriff genommen.

Die afrikanische Hausschlange züchten

Die Nachzucht der afrikanischen Hausschlange gestaltet sich eher unkompliziert. Männchen sind (fast) immer paarungswillig. Es gibt auch keine feste Paarungs-Saison. Paarungen können das ganze Jahr über stattfinden.

Für eine erfolgreiche Nachzucht mit vielen gesunden Jungtieren sollten die Elterntiere, besonders das Muttertier, gewisse Kraftreserven mitbringen. Weibchen sollten 250-300 g wiegen, Männchen ab 100 g.

Es können nach einer einzigen Paarung bis zu 6 Trächtigkeiten aus den gespeicherten Samen resultieren. Deshalb halte ich bei meinen Tieren nach einer Paarung immer eine längere Pause ein und setze sie nur zur gezielten Paarung zusammen.

Während der Trächtigkeit füttere ich das Weibchen etwas mehr als sonst. Sie nimmt das Futter auch bis kurz vor der Eiablage noch ohne Probleme an.

Nach etwas mehr als 2 Monaten legt sie dann 6-15 Eier, meistens in der Wet-Box. Die Eier entnehme ich zur Inkubation. Im Inkubator bleiben sie bei 27 °C und mindestens 90 % rel. Luftfeuchte bis zum Schlupf der kleinen Hausschlangen. Die Inkubation dauert wiederum knapp 2 Monate.

Die Baby-Schlangen bringe ich zur Aufzucht in einzelnen Boxen unter. Diese sind mit einer Wasserschale, Verstecken und leicht feuchtem Bodengrund ausgestattet.

Fazit: Die afrikanische Hausschlange im Terrarium halten

Die afrikanische Hausschlange ist in der Haltung unkompliziert. Sie stellt keine außergewöhnlichen Ansprüche an die Temperatur, Beleuchtung und Luftfeuchtigkeit. Auch die Fütterung ist einfach umzusetzen.

Ich kann dir eine afrikanische Hausschlange auf jeden Fall empfehlen, egal ob du schon viel Erfahrung in der Terraristik hast oder eine passende Schlange für den Einstieg in dieses spannende Hobby suchst.

Fehlt dir in diesem Artikel noch was? Hast du noch offene Fragen zur afrikanischen Hausschlange oder auch Anmerkungen und Kritik? Dann schreib mir einfach eine Nachricht.