Das Terrarium der afrikanischen Hausschlange

Wenn du eine afrikanische Hausschlange halten möchtest, kommt dir ganz schnell die Frage auf: Welches Terrarium nehme ich für meine Hausschlange? Und wie gestalte ich das Terrarium der afrikanischen Hausschlange?

In diesem Artikel gehe ich intensiv auf diese Frage ein und gebe dir einige Tipps & Tricks für das perfekte Terrarium der afrikanischen Hausschlange.

Das Terrarium ist nämlich dann perfekt, wenn deine Hausschlange sich darin so richtig wohlfühlt und alles ihren Bedürfnissen entsprechend eingerichtet ist.

Ich zeige dir dazu auch Möglichkeiten zur Ausstattung auf, die für große und kleine Geldbeutel passen.

Der passende Standort für das Terrarium der afrikanischen Hausschlange

In der folgenden Grafik sind die Punkte für den perfekten Standort kurz zusammengefasst. Weiter unten gehe ich dann auf die einzelnen Punkte ein.

Der perfekte Standort für das Terrarium der afrikanischen Hausschlange
© by afrikanische-hausschlange.de

Hier die genauen Hintergründe zu den einzelnen Punkten. Diese Punkte sind wichtig für den perfekten Standort für das Terrarium der afrikanischen Hausschlange:

  • Keine direkte Sonneneinstrahlung. Bei direkter Bestrahlung durch die Sonne erhitzt sich das Terrarium der afrikanische Hausschlange sehr stark und unkontrolliert. Die Schlange kann der Hitze nicht ausweichen und überhitzt. Im schlimmsten Fall führt das zu ihrem Tod.
  • Ein ruhiges Plätzchen. Das Terrarium der afrikanische Hausschlange solltest du in einem Bereich aufstellen, wo die Schlange nicht gestört wird. Es stört die Schlange nicht, wenn immer wieder mal jemand in der Nähe ist. Störend wirkt sich aber ständiges Toben und Laufen in direkter Nähe aus. Auch tagsüber und abends laufende Geräte, wie Fernseher, starke Lautsprecher oder eine Waschmaschine sollten nicht zu nah am Terrarium stehen. Die heftigen Erschütterungen versetzen die Schlange immer wieder in Alarmbereitschaft. Das bedeutet Dauerstress für sie. Unpassende Räume sind z.B. ein Durchgangsflur, ein Treppenhaus, der Eingangsbereich oder das Spielzimmer der Kinder.
  • Kein Durchzug. Ein Terrarium muss gut durchlüftet sein. Das heißt aber nur, dass die verbrauchte Luft gut augetauscht wird. Ein Durchzug dagegen macht die afrikanische Hausschlange krank.Das willst du doch nicht, oder? Deshalb solltest du auch auf die passende Entfernung zu Fenstern oder Eingangtüren achten.
  • Gute Erreichbarkeit. Wenn du den passenden Standort für das Terrarium der afrikanischen Hausschlange gefunden hast, solltest du es auch so aufstellen, dass du es gut erreichen kannst. Das heißt, du solltest einen guten Blick in das Terrarium haben. So kannst du alles mit einem Blick kontrollieren. Darüber hinaus solltest du ganz einfach das Wasser wechseln, Kot entfernen oder auch deine Schlange heruasnehmen können.

Die richtigen Maße für das Terrarium der afrikanischen Hausschlange

Die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien empfehlen für die Gattung Boaedon ein Mindestmaß von  1 x 0,5 x 0,5 x Gesamtlänge (BTH = Breite x Tiefe x Höhe).

Bei einer 80 cm langen Hausschlange entspricht das einem Terrarium mit den Maßen 80 x 40 x 40 cm (BTH).

An dieser Empfehlung kannst du dich gut orientieren. Meinen Erfahrungen nach nutzen die Hausschlangen die Fläche des Terrariums gut aus.

Erik Paterson empfiehlt dagegen nur eine Grundfläche von 2 x 1ft (etwa 61 x 30,5 cm) für ein adultes Tier, was mir jedoch zu gering erscheint. Ich kann meine afrikanischen Hausschlangen sehr oft aktiv im Terrarium beobachten.

Die angebotene Grundfläche und Höhe nützen deiner allerdings Hausschlange nichts, wenn sie nicht optimal ausgenutzt werden können.

Eine gute Strukturierung des Terrariums ermöglicht die volle Nutzung für die Schlange.

Das kannst duh und effektiv  mit der Einrichtung und enigen Kletterästen hinbekommen. Alternativ ist auch die Gestaltung der Rückwand eine gute Möglichkeit, Struktur und Bewegungsraum für deine Schlange zu schaffen.

Für eine junge afrikanische Hausschlange kannst du natürlich erst ein kleineres Terrarium nehmen und sie später in ein größeres umsetzen.

Du kannst aber auch direkt ein größeres Terrarium nehmen und nur die Einrichtung mitwachsen lassen.

Die Heizung im Terrarium der afrikanischen Hausschlange

Wie auch alle anderen Reptilien ist die afrikanische Hausschlange ein wechselwarmes Tier. Sie nimmt die Temperatur ihrer Umgebung an und erzeugt keine eigene Körperwärme.

Deshalb braucht sie von außen zugeführte Wärme. Die Energie der Wärme brauchen sie für ihren Stoffwechsel, die Verdauung und um aktiv und beweglich zu sein.

Die passende Temperatur im Terrarium der afrikanischen Hausschlange lässt sich aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet Afrika ableiten.

Es gibt in Afrika sehr unterschiedliche Klimata, dennoch kann ich dir allgemeine Richtlinien für die Temperatur anbieten.

Die wärmste Stelle im Terrarium der afrikanische Hausschlange erwärmst du auf 28-32 °C. Das Temperaturgefälle kann zur anderen Seite an der kältesten Stelle auf 20-25 °C abfallen. Hier ist bei normaler Raumtemperatur von 18-22 °C keine zusätzliche Heizung nötig.

Die Temperaturen kannst du gut mit einer Tageslichtlampe erreichen, den du auf einer Seite an der Decke montierst. Sie sollte etwa 1/3 des Terrariums erwärmen.

Eine andere Möglichkeit ist ein Heizkabel an der Rückwand oder ein Heatpanel an der Decke des Terrariums. Auch diese bringst du so an, dass nur knapp 1/3 des Terrariums beheizt werden.

Du solltest dann allerdings auch eine zusätzliche Beleuchtung für den Tages- und Nachtrhytmus einbauen.

Die Beleuchtung und Heizung lässt du 12 Stunden am Tag eingeschaltet. Das kannst du ganz einfach mit einer mechanischen Zeitschaltuhr realisieren.

Wie stark muss die Tageslichtlampe sein? Hier reicht bei 120 x 60 x 60 cm ein Spot mit 75 Watt, bei 60 x 40 x 40 cm reichen sogar schon 25 Watt.

Zur Überwachung der Temperatur im Terrarium der afrikanische Hausschlange eignet sich jedes beliebige Thermometer oder auch eine Thermo-Hygro-Meter Kombination.

Du solltest  dein Messinstrument so anbringen, dass du es gut ablesen kannst, ohne jedes Mal das Terrarium dafür zu öffnen.

Insgesamt solltest du bei der Technik nicht groß sparen, um langfristigen Schaden für deine Schlange zu vermeiden und ein optimales Klima für sie zu schaffen.

Das passende Bodensubstrat im Terrarium der afrikanischen Hausschlange

Das Bodensubstrat jedes Terrarium muss zuerst einmal staubfrei und hygienisch sein. Das heißt, das Substrat muss Kot und Feuchtigkeit gut binden.

Außerdem müssen Kot und andere Verunreinigungen leicht erkennbar sein, damit du sie schnell sehen und entfernen kannst.

Bei meinen Tieren konnte ich beobachten, dass sie gerne die Möglichkeit nutzen sich ab und zu zu vergraben. Deshalb sollte das richtige Bodensubstrat so locker sein, dass deine Hausschlange sich darin eingraben kann ohne sich zu verletzen.

Ein weiterer Punkt ist das verschlucken von Substrat bei der Fütterung. Einige Bodengründe können Verstopfungen oder Verletzungen im Magen-Darm-Trakt hervorrufen.

Das richtige Bodensubstrat sollte also gut verdaulich und ungefährlich für die Schlange sein.

Des Weiteren sollte das Substrat natürlich frei von jeglichen chemischen Zusätzen sein, die deiner Schlange schaden könnten.

Aus meiner Erfahrung kommen als richtiges Bodensubstrat für das Terrarium der afrikanischen Hausschlange folgende Produkte in Frage: MS Reptile Wood fine, Aspen Snake Bedding, Exo Terra Snake Bedding oder Lucky Reptile Snake Bedding.

Zurzeit teste ich noch diverse Boxeneinstreu in Form von Hobelspänen. Das wäre eine kostengünstigere Variante, da diese Einstreu in viel größeren Verpackungen günstiger ist, als speziell für Reptilien gefertigte Produkte.

Andere kostengünstige Varianten, die bekannt und getestet sind, sind Küchenpapier und Zeitungspapier.

Diese beiden Möglichkeiten sind günstig und leicht zu reinigen (einfach wechseln), sehen dafür aber nicht so gut aus und lassen sich nicht von den Schlangen durchgraben.

Bei Zeitungspapier solltest du darauf achten, es nicht druckfrisch zu verwenden, sondern wenigstens zwei Wochen lang trocknen zu lassen.

Die richtige Wasserschale

Wie wir Menschen brauchen auch die afrikanischen Hausschlangen immer ausreichend Flüssigkeit. Deshalb solltest du deiner afrikanischen Hausschlange immer eine Wasserschale mit frischem Wasser anbieten.

Die Schale muss nicht zwingend so groß sein, dass sich die Schlange darin baden kann. Ich konnte meine Tiere noch nie dabei beobachten.

Eine große Wasserschale sorgt aber, durch die Verdunstung, für eine gute und angenehme Luftfeuchtigkeit im Terrarium.

Besonders wichtig ist, dass die Schale nicht zu leicht ist. Sie sollte so schwer sein, dass die Schlange sie nicht umwerfen kann.

Bei grabfähigem Substrat solltest du sie auf den Boden des Terrariums stellen und nicht auf das Substrat. Die Schlange könnte sich sonst unter die Wasserschale graben und von ihr eingequetscht werden.

Ich empfehle dir das Wasser am Besten täglich, spätestens aber nach drei Tagen, zu wechseln.

Es gibt zahlreiche Angebote von Wasserschalen, die gut aussehen und ihren Zweck erfüllen, in jedem Reptilienshop zu kaufen.

Als kostengünstige Aternative kannst du flache Tontöpfe, Tonuntersetzer, Plastikschalen oder Plastikschüsseln als Wasserschale verwenden.

Bei entsprechender Größe bekommen sie durch das Wasser mehr Gewicht, sodass die Schlange sie nicht umwerfen kann.

Ein paar enge Verstecke dürfen nicht fehlen im Terrarium der afrikanischen Hausschlange

Wie in der freien Natur, so verstecken sich die afrikanischen Hausschlangen auch im Terrarium gerne in möglichst engen und flachen Verstecken.

Sie fühlen sich wohl, wenn sie im Versteck viele Berührungspunkte mit der Wand oder der Decke haben.

Diese Verstecke verteilst du in den verschiedenen Temperaturzonen des Terrariums. So kann sich die Schlange die passende Wohlfühltemperatur aussuchen und fühlt sich trotzdem immer sicher.

Die Verstecke solltest du so auswählen, dass du die Schlange immer mit möglichst wenig Stress herausnehmen kannst.

Trotzdem sollte die Schlange sich sicher fühlen und nicht zu offen. Die Erreichbarkeit darf nicht auf Kosten des Sicherheitsbedürfnisses der Schlange gehen.

Es ist aber für die Schlange und für dich angenehmer, wenn du ein Versteck hochnimmst und die Schlange darunter hervorholst, als wenn du sie aus einem Versteck “herauszerren” musst, um sie zu untersuchen.

Außerdem kann man lose Verstecke auch nach Bedarf an eine andere Stelle setzen und leichter reinigen, wenn es erforderlich ist.

Darüber hinaus muss das Versteck für die Schlange gut erreichbar sein. Dazu muss der Zugang so groß sein, dass das Tier auch nach der Fütterung oder bei einer Trächtigkeit leicht durch die Öffnung passt.

Es gibt im Reptilienshop zahlreiche günstige und teure Versteckhöhlen, die du für das Terrarium der afrikanischen Hausschlange nehmen kannst. Auch Korkröhren eignen sich sehr gut.

Eine günstigere Möglichkeit sind umgedrehte Tontöpfe, in die sich die Schlange durch das Bodenloch oder ein eingeschnittenes Loch zurückziehen kann.

Achte darauf, ob das Bodenloch beim Topf groß genug ist. Ist es zu klein, kannst du es z.B. mit einer Feile erweitern. Tiefe Tonuntersetzer eignen sich ebenfalls.

Besonders günstig sind umgedrehte Deckel von Eierschachteln mit einem eingeschnittenen Einschlupf-Loch. Diese Art Verstecke benutze ich in meinen Quarantäne-Becken.

Die Wet-Box

Ein besonderes Versteck ist die Wet-Box. Das ist ein feuchtes Versteck, in das sich die afrikanische Hausschlange zur Feuchtigkeitsaufnahme zurückziehen kann.

Eine Wet-Box ist ein von allen Seiten verschlossenes Versteck, in dem ein feuchtes Substrat ausgelegt ist. Als solches eignen sich z.B. Sphagnum-Moos oder Vermiculite.

Achte darauf, dass das Moos oder anderes Einstreu nicht zu nass ist. Die afrikanische Hausschlange soll sich darin verstecken, nicht schwimmen.

Die Wet-Box stellst du am Besten im kühleren Bereich des Terrarium auf. Da bleibt die Feuchtigkeit länger erhalten. Außerdem entwickeln sich Bakterien und Schimmel (z.B. durch Ausscheidungen) nicht so schnell wie im warmen Bereich.

Die Wet-Box solltest du regelmäßig auf Verunreinigungen wie Kot untersuchen, damit die Schlange nicht in ihrem eigenen Dreck liegt und dadurch krank wird. Auch, damit sich keine schädlichen Baktierien einnisten.

Es gibt inzwischen einige Wet-Boxen im Terraristikshop zu kaufen. Diese haben meistens einen abnehmenbaren Magnetdeckel mit Schlupfloch und sind in verschiedenen Größen zu bekommen.

Leider sind diese Boxen oft etwas teuer. Du kannst dir aber auch sehr einfach selbst eine Wet-Box bauen.

Dazu nimmst du einen Tontopf mit Einschlupf-Loch und stellst ihn umgedreht auf einen Tonuntersetzer, in dem das feuchte Substrat liegt.

Eine noch günstigere Methode ist eine Eis-Dose, eine Brotdose oder eine andere günstige Plastikdose mit einem passenden Loch im Deckel.

Allerdings sollte man darauf achten das Loch nicht zu groß zu machen, damit die Schlange sich noch sicher und nicht zu offen fühlt.

Einige stabile Klettermöglichkeiten sorgen für Struktur im Terrarium der afrikanischen Hausschlange

Durch ein paar stabile Klettermöglichkeiten kannst du viel Stuktur in das Terrarium bekommen.

Dadurch wird auch der Bewegungsraum der Schlange deutlich erweitert und die volle Grundfläche und Höhe stehen der Schlange so zur Verfügung.

Man kann es vergleichen mit einem Haus, das so hoch ist wie ein Turm. Ohne Treppen und weitere Etagen ist der zusätzliche Raum in der Höhe völlig unbrauchbar. Er wird nur unnötig geheizt.

So ist es auch mit dem Terrarium. Der Platz nach oben hin kann nur durch “zusätzliche Etagen” von der Schlange genutzt werden. Diese kannst du mit einigen stabilen Klettermöglichkeiten gestalten.

Als Kletteräste eignen sich Zierkork, Korkröhren, Treibholz und Mangrovenwurzeln aus dem Reptilienshop.

Du kannst aber auch Äste aus dem Garten oder dem Wald holen und für dein Terrarium anpassen.

Achte aber darauf, die Rinde zu entfernen und das Holz gut zu säubern, um dir keine ungebetenen Gäste einzuschleusen. Es ist zwar etwas Arbeit, dafür aber die günstigste Möglichkeit Kletteräste in dein Terrarium zu integrieren.

Eine weitere Möglichkeit Struktur und Klettermöglichkeiten hinzubekommen besteht darin, eine Rückwand aus Styropor anzulegen.

In diese Rückwand lassen sich super einige Plattformen und Vorsprünge zum Klettern einbauen. Hier richten sich die Kosten nach dem Materialaufwand.

Es gibt im Internet einige gute Anleitungen für den Bau von Rückwänden aus Styropor, z.B. hier oder hier. Dafür musst du dir allerdings auch etwas mehr Zeit nehmen.

Fazit

Der perfekte Standord für das Terrarium der afrikanischen Hausschlange ist ruhig, geschützt vor Sonnenstrahlen und nicht im Durchzug.

Eine gute Orientierung für die Abmaße des Terrariums ist 1 x 0,5 x 0,5 x Gesamtlänge deiner Schlange.

Als Bodensubstrat eignen sich diverse Snake-Bedding Produkte, die staubfrei, hygienisch und grabfähig sind. Günstige Alternative sind Küchen- und Zeitungspapier.

Du solltest deiner Schlange immer frisches Wasser in einer großzügigen Wasserschale anbieten, dass du regelmäßig wechselst.

Mit vielen flachen und engen Verstecken in allen Temperaturbereichen fühlt sich die Schlange so richtig wohl. Auch eine Wet-Box sollte nicht fehlen.

Durch ein paar stabile Klettermöglichkeiten oder eine gut strukturierte Rückwand kann die afrikanische Hausschlange das Terrarium voll ausnutzen.

Viel Spaß beim Einrichten des Terrariums für deine afrikanische Hausschlange!

Sind noch Fragen offen geblieben oder hast du Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge zu diesem Artikel? Dann schreib mir bitte eine Nachricht. Danke.